Novelle der Hamburgischen Bauordnung - Back to the Roots?

Hoch hinaus! Hamburg darf bis zu 22 Meter hoch in Holz bauen

Die Hamburgische Bauordnung wird umfassend geändert. Dem stimmte der Senat heute zu. Laut Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeld sei Hamburg nun “… fit für die Herausforderungen der kommenden Jahre.” Vor allem der Wohnungsbau profitiert davon, dass mit der novellierten Hamburgischen Bauordnung bis zu siebengeschossig in Holz gebaut werden darf. Was bislang nur Gebäuden mit bis zu drei Stockwerken möglich war, darf nun im großen Stil geschehen.

Timber! Die Hamburgische Bauordnung wird zugunsten des Holzbaus novelliert.

Timber! Die Hamburgische Bauordnung wird zugunsten des Holzbaus novelliert.

Holzbau sorgt für schnelleren und günstigeren Bau

Mit der forcierten Holzbauweise wird der Neubau von Wohnraum vereinfacht und vergünstigt. So können Holzbauteile vorgefertigt werden, was ihre Produktion günstiger macht und den Bauprozess beschleunigt. Doch damit ist es nicht getan: Durch den Einsatz von Holz wird die in dem flächenarmen Land Hamburg notwendige Nachverdichtung unterstützt. Die Leichtbauweise trägt weniger Gewicht ein und ist so hervorragend zur Aufstockung auf Bestandsgebäude geeignet.

Doch das ist noch nicht alles, was das Bauen erleichtert. Mit der neuen Hamburgischen Bauordnung kann auf neue Aufzüge oder das Erweitern einer bestehenden Aufzugsanlage verzichtet werden, wenn durch Dachausbauten oder Aufstockungen neuer Wohnraum entsteht. Was bislang für über 13 Meter hohe Gebäude Pflicht war und so manches Bauvorhaben mangels Kapital im Keim erstickte, wäre somit Geschichte. Doch auch das ist noch nicht alles. So lockert Hamburg auch die Vorschriften zur Grundstückerschließung – Bauvorhaben in größerem Umfang als bisher sind nun möglich.

 

Änderungen an der Hamburgischen Bauordnung könnten für Aufreger sorgen

Die Vorschriften zum barrierefreien Bauen werden ebenfalls geändert. Wo alle barrierefreien Wohnungen ehemals auf einer Etage liegen mussten, dürfen sie nun auch auch auf mehrere Geschosse verteilt werden. Bauherren und Architekten erhalten so deutlich mehr Flexibilität bei der Planung. Und Last but not Least noch etwas, das viele Hamburger Gemüter erhitzen dürfte: Die Belange des Baumschutzes sollen überprüft werden. So soll künftig kein Bauvorhaben daran scheitern oder verzögert werden, weil Baumbestand wortwörtlich im Weg ist …

Novelle der Hamburgischen Bauordnung - Back to the Roots?

Novelle der Hamburgischen Bauordnung – Back to the Roots?

Wie die Gesetzesänderung sich in der Praxis machen wird, bleibt abzuwarten. Was sicher ist: Die Kapazitäten sämtlicher Hamburger Zimmermannsbetriebe werden bei Inkrafttreten auf lange Sicht erschöpft sein. 😉


Gina Doormann

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