Weltnormentag

Absolut normgerecht

Am 14.10. findet alljährlich der Weltnormentag statt. Er erinnert an den Gründungstag der ISO im Jahre 1947 und die einhergehende, kontinuierliche Verbesserung der Lebensqualität durch internationale Normierung. Die festgesetzten Richtlinien betreffen jedoch nicht nur Architekten, Ingenieure und Wissenschaftler.

Heute vor 67 Jahren wurde die International Organization for Standardization (ISO) gegründet. Von diesem Tage an entstanden auf internationalem Terrain Normen für nahezu jede wissenschaftliche oder technische Errungenschaft. Jedoch sind Ingenieure und Architekten nicht die Einzigen, die auf Tuchfühlung mit ISO-Normen gehen.

Jeder von uns hat tagtäglich mit den niedergeschriebenen Richtlinien zu tun. Von der Armbanduhr über die Zeit, die sie anzeigt bis hin zu den Socken an unseren Füßen. Oftmals ist ein Produkt sogar mehrfach normiert – neben den ISO-Normen sind hierzulande noch die DIN-Normen (Deutsches Institut für Normung) und die EN (Europäische Normen) von Bedeutung.

Internationale und nationale Schreibnormen

Dabei sind die ISO-Normen den europäischen Normen übergeordnet, deren Wert wiederum höher als die DIN-Normen zu betrachten ist. Also: global dominiert europäisch dominiert deutsch. So ist es innerhalb eines deutschen Briefes nur korrekt, wenn man sich bei der Schreibweise des Datums an der DIN 1355-1 orientiert, die das Datum in der Schreibweise 14.10.2014 empfiehlt. Wer sich hingegen auf internationalem Parkett bewegt, möge doch eher die ISO 8601 beherzigen, welche die Reihenfolge 2014-10-14 vorsieht.
Deutsche Architekturstudenten tun gut daran, sich nicht abschließend auf die wichtigsten, auswendig gelernten DIN-Normen zu berufen. Eher ist noch einmal zu hinterfragen, ob nicht beispielsweise eine ISO-Norm für dieselbe Brandschutzsituation etwas anderes vorsieht als die DIN 4102? So ist die Einführung des globalen Normierungssystems des einen Freud und des anderen Leid.

Für Schreibende gelten andere Richtlinien

Einzig die − in der deutschen Sprache − schreibende Zunft bleibt, zumindest in ihrer Berufsausübung, von Normen unberührt. Hier gelten die internationalen Normrichtlinien EN und ISO sprachbedingt schon einmal gar nicht. Im nationalen Normbereich sind die DIN 5008 und DIN 5009 Randerscheinungen, maßgebende lexikografische Kompetenz ist und bleibt der Duden. Mit der Fülle seiner Worte macht das Standardnachschlagewerk es möglich, die Erzeugnisse aus dem unanfechtbar genau festgelegten Prozedere von ISO, EN und DIN in wundervolle Sprachkompositionen zu hüllen. Was also ist schon eine Norm, wenn es so viele Synonyme für ihren Inhalt gibt?





Gina Doormann

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